Ein Informant hat angeblich der deutschen Finanzverwaltung belastende Daten über Kapitalanleger in der Schweiz angeboten. Das berichtet die “Frankfurter Allgemeine Zeitung”. Nach dem Medienbericht verlangt er für den Deal 2,5 Millionen Euro. Im Gegenzug verspricht er, dass die Unterlagen über 1.500 deutsche Kapitalanleger in der Schweiz die Staatskasse um rund rund 100 Millionen Euro aufbessern könnte.

Auszüge schon fünf Millionen wert

Wie die Zeitung schreibt, wurde zum Angebot bereits Testmaterial mitgeliefert. Schon von diesen allein hätten die Behörden fünf Millionen Euro eintreiben können.

Eine Reaktion von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble gibt es laut F.A.Z. nicht. Sprecher Michael Offer sagte am Sonnabend in Berlin, zu dem konkreten Fall könne aufgrund des Steuergeheimnisses keine Stellung bezogen werden. Das Bundesfinanzministerium bestätigte, Material für fünf Kontoinhaber erhalten zu haben. Die Behörde wies allerdings daraufhin, dass gemeinsam mit den Ländern über den weiteren Umgang mit den Daten entschieden werde. Die geprüften Testfälle müssten wohl in Verfahren münden. Das heißt, für die dort entlarvten Steuersünder wäre keine Selbstanzeige mehr möglich.

2008 löste CD Liechtenstein-Affäre aus

Der Vorfall erinnert an die sogenannte Liechtenstein-Affäre vor zwei Jahren. 2008 hatte der Bundesnachrichtendienst von einem kriminellen Mitarbeiter der LGT-Bank mit Sitz in Liechtenstein für fünf Millionen Euro Datensätze über Kapitalanleger in Lichtenstein gekauft. In diesem Zusammenhang wurden die Steurfahnder damals auch bei Postchef Klaus Zumwinkel fündig. Zumwinkel trat von seinem Posten zurück, erhielt eine Bewährungsstrafe und musste rund eine Million Euro zahlen. Insgesamt soll der Handel mit der gekauften CD dem Staat mehr als 100 Millionen Euro eingebracht haben.

Quelle: mdr.de