In Gera sind gestern Abend 183 Neonazis festgenommen worden. Die Rechtsextremisten seien spontan durch die thüringische Stadt gezogen und hätten dabei mehrere Polizisten “überrannt”, wie ein Polizeisprecher heute sagte. Ein Polizist wurde leicht verletzt. Außerdem seien Polizeiautos mit Tritten beschädigt worden. Den Männern werde Landfriedensbruch vorgeworfen.

Die Gruppe war aus Dresden gekommen, wo sich Rechtsextremisten zum 65. Jahrestag der Zerstörung der Stadt bei alliierten Bombenangriffen im Zweiten Weltkrieg getroffen hatten. Gegendemonstranten verhinderten den Marsch durch Dresden.

Die Neonazis hätten ihren “Unmut” darüber ausdrücken wollen, “dass sie in Dresden nicht so zum Zuge gekommen sind”, vermutete der Polizeisprecher. Hunderte Polizeikräfte aus ganz Thüringen seien in Gera im Einsatz gewesen, um die Rechtsextremisten zu stoppen.

Linke-Fraktionschef Bodo Ramelow sagte, er wolle der Thüringer Polizei und Innenminister Peter Huber (CDU) “ein dickes Lob” aussprechen. Die Einsatzkräfte hätten “schnell und besonnen” reagiert.

Auch an Autobahn-Rastplätzen seien die Menschen, die an der Demonstration gegen Rechts in Dresden teilgenommen hatten, aufgrund der Polizeipräsenz vor Neonazis sicher gewesen, sagte Ramelow. Die Behörden hätten aus den Fehlern im vergangenen Jahr gelernt. Damals waren Gewerkschafter an der Raststätte Teufelstal von rechten Schlägern überfallen und verletzt worden.

Quelle: thueringer-allgemeine.de