„…dein Leben interessiert uns brennend…“ – Anonyme verschicken Drohbriefe an Unterzeichner des „Dresden Nazifrei“-Aufrufs
veröffentlicht in 13.02. Dresden am 22. Februar 2010
Wie die Berliner „Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes“ am Montag mitteilte, haben mehrere Antifaschisten in den vergangenen Tagen anonyme Drohbriefe in ihren privaten Briefkästen gefunden. Darin stand: „…dein Leben interessiert uns brennend…“. Den Briefen lag jeweils ein Streichholz bei. Als Absender war ein „Kommando 13. Februar“ angegeben, das auf Angehörige der rechtsextremen Szene deutet. Analoge Drohbriefe gingen in drei Geschäftsstellen der Berliner Linkspartei ein.
Die Adressaten seien allesamt Unterzeichner des Aufrufs „13. Februar 2010 Dresden Nazifrei. Gemeinsam blockieren“, sagte ein Sprecher der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes. Damit wurde gegen den Aufmarsch von Neonazis anlässlich des Jahrestags der Bombardierung Dresdens während des Zweiten Weltkriegs mobilisiert.
Analoge Drohbriefe gingen in den Geschäftsstellen der Berliner Linkspartei in Lichtenberg, Marzahn-Hellersdorf und Pankow ein, wie ein Parteisprecher mitteilte. Das Schreiben in Pankow soll namentlich an den Bundestagsabgeordneten Stefan Liebich gerichtet sein. Einem Bericht des „Tagesspiegels“ zufolge erstattete die Partei in allen Fällen Anzeige gegen unbekannt. Zudem hat der polizeiliche Staatsschutz die Ermittlungen übernommen.
Die Mobile Beratung gegen Rechtsextremismus kann das Ausmaß der Bedrohung noch nicht einschätzen. Nach ihrer Kenntnis seien bisher derartige Briefe nur innerhalb Berlins verschickt worden, teilte eine Sprecherin mit. Die Schreiben seien ein weiterer Beleg für die seit Mitte 2009 festzustellende „zunehmende Radikalisierung der rechten Szene“.
In letzter Zeit ist es vor allem im Berliner Stadtteil Neukölln gehäuft zu Anschlägen auf linke Projekte gekommen. Dabei wurden oft Flugblätter der NPD oder vermeintliche Nazisymbole hinterlassen. Seit kurzem mobilisieren betroffene Einrichtungen die Anwohner und bitten sie um Mithilfe.
Quelle: Verfasst von Oliver Cruzcampo für endstation-rechts.de




















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