Chemnitz rüstet sich für den 5. März
veröffentlicht in Antifaschismus am 3. März 2010
Am Freitag ist Chemnitz im Ausnahmezustand. Tausende werden des 65. Jahrestags der Bombardierung gedenken, insgesamt wird es zehn Veranstaltungen im Stadtgebiet geben. Eine davon ist der „Trauermarsch“ der NPD – Krawalle und Chaos drohen. Die Polizei hat Verstärkung aus drei weiteren Bundesländern angefordert, rechnet mit einem „größeren Einsatz“.
Das Rathaus hat sich nach dem Rüffel vom Verwaltungsgericht gefügt, die NPD darf nun doch demonstrieren. 300 Leute sind angemeldet. „Wir werden beim Oberverwaltungsgericht keine Beschwerde einlegen“, sagt Rechtsbürgermeister Miko Runkel (49, parteilos). Jedoch will die Stadt den Rechten die Daumenschrauben anlegen: „Wir werden einen Auflagenkatalog erarbeiten und die Marschroute vorgeben.“ Eins steht schon fest: Die Innenstadt ist tabu. Runkel: „Dort finden schon mehrere genehmigte Veranstaltungen statt.“
Gegen die NPD-Demo will am Nachmittag ein Bürgerbündnis auf dem Theaterplatz demonstrieren – dort sind 1000 Leute angemeldet. Zu den Unterstützern des Aufrufs gehören mittlerweile rund 100 Vertreter aus Politik, Kultur und Wirtschaft, darunter auch Stadtoberhaupt Barbara Ludwig (48, SPD): „Wer Nazis keinen Platz geben möchte, sollte um 16 Uhr auf dem Theaterplatz sein.“
Die Polizei ist auf die zahlreichen Demos vorbereitet. „Wir bekommen Verstärkung von Einsatzkräften der Bereitschaftspolizei Sachsen, aus Berlin, Rheinland-Pfalz und Bayern“, sagt Frank Fischer (54), Sprecher der Chemnitzer Polizei. Die angemeldeten Veranstaltungen sollen so „störungsfrei und friedlich“ stattfinden.
Quelle: sz-online.de




















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