Eine Stunde lang alle Lampen ausschalten – mit dieser Aktion wird heute weltweit für den Klimaschutz geworben. Rund 3.500 Städte in 125 Ländern haben der Umweltschutzorganisation “World Wide Fund For Nature” (WWF) ihre Beteiligung zugesagt. Die “Earth Hour” (Stunde für die Erde) findet bereits zum vierten Mal statt.

Politiker zögern beim Klimaschutz

Angefangen hat es 2007 im australischen Sydney. Bereits ein Jahr später nahmen Menschen aus aller Welt an der symbolischen Klimaschutz-Aktion teil. In diesem Jahr steht die “Earth Hour” im Schatten des gescheiterten Klimagipfels in Kopenhagen vor drei Monaten. Dort war es den Teilnehmerstaaten nicht gelungen, sich auf konkrete Maßnahmen zur Senkung des Kohlendioxid-Ausstoßes zu einigen. Verabschiedet wurde lediglich eine Absichtserklärung, die Erderwärmung auf maximal zwei Grad im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter zu begrenzen.

Eine Welle der Dunkelheit rund um den Globus

Vielleicht war dieses magere Ergebnis auch ein Grund für die große Resonanz auf den Aufruf des WWF, ein Zeichen gegen den Klimawandel zu setzen. Bereits am Samstagmorgen deutscher Zeit wurden auf den zu Neuseeland gehörenden Chatham Islands die ersten Lampen ausgeschaltet. Seitdem läuft die Aktion wie eine Welle von einer Zeitzone zur anderen. Letzte Station nach 24 Stunden wird der Inselstaat Samoa im Pazifik sein. Rund um den Globus sollen an berühmten Wahrzeichen wie dem Big Ben in London, dem Pariser Eiffelturm, den Pyramiden von Gizeh und am Empire State Building in New York die Lichter ausgehen. Millionen Menschen sind aufgerufen, in ihren Wohnungen die Beleuchtung auszuschalten.

Mitteldeutschland beteiligt sich

In Deutschland sollen um 20:30 Uhr die Lichter ausgehen. Das Brandenburger Tor in Berlin wird ebenso eine Stunde im Dunkeln stehen wie der Kölner Dom und die Allianz-Arena in München. 18 Städte haben bisher ihre Teilnahme zugesagt, darunter auch mehrere in Mitteldeutschland. In Dresden werden unter anderem Semperoper, Zwinger, Rathausturm und Hofkirche in Dunkelheit getaucht, ebenso die Schlosskirche der Lutherstadt Wittenberg sowie Gebäude in Leipzig und Leinefelde-Worbis. Mitmachen kann auch jeder Bürger.

Politik soll handeln

Der Initiator der Aktion, Andy Ridley, hofft auf ein nachhaltiges Zeichen an die Politik. Dort scheine es beim Thema Klimaschutz eine gewisse Müdigkeit zu geben. Dafür seien die Menschen diesmal noch viel motivierter als im vergangenen Jahr, erklärte Ridley. Und auch der WWF hofft, dass die Regierungen weltweit die Aktion als Anlass zum Handeln verstehen. Es sei höchste Zeit, dass sie den Schalter umlegten und endlich ein wirksames Klimaschutz-Abkommen verabschiedeten.

Quelle: mdr.de