Schon im Dezember letzten Jahres meldete die NPD Thüringen eine Demonstration in Erfurt für den 1. Mai an. Zu diesem Naziaufmarsch in der Landeshauptstadt mobilisiert die rechtsextreme Szene seit Monaten bundesweit. Diesem Aufmarsch von Rechtsextremen stellt sich ein breites Thüringer Bündnis gegen Rechts bestehend aus Parteien, Initiativen und Vereinen entgegen. Falk Przewosnik, Mitarbeiter der Landtagsabgeordneten Karola Stange Fraktion Die Linke, erläutert:

„Also es gibt seit mehreren Monaten ein breites Thüringer Bündnis gegen Rechts, was sich zur Aufgabe gestellt hat den NPD-Aufmarsch zu verhindern. Wir haben also verschiedene Szenarien geplant mit verschiedenen Punkten, wo es halt sinnvoll erscheint den Aufmarsch, die Demonstration der Nazis so zu verhindern, dass ein Fortkommen und Weiterkommen nicht möglich wird.“

Kundgebungen wird es am Hauptbahnhof, Nordbahnhof und auf dem Parkplatz am Steigerwaldstadion geben. Thematisiert wird die Kritik gegenüber Rechtsextremismus und den richtigen Umgang mit diesem. Ziel ist es den Aufmarsch der NPD zu verhindern, erklärt Falk Przewosnik:

„Also wir mobilisieren so, dass wir ordentlich viele Menschen werden, sowohl in Erfurt selber als auch in Thüringen und auch über die Thüringer Grenzen hinaus. Sodass wir doch mit einer stattlichen Anzahl von Personen rechnen können, von Gegendemonstranten aus einem ganz breiten Spektrum, so breit wie das Bündnis selber auch ist. Und ich denke die Anzahl der Menschen wird ausreichen, um die Demonstration der NPD zu verhindern.“

Zur Mobilisierung von Bürgerinnen und Bürgern wurden im vornherein Informationsveranstaltungen geplant. Am 29. April gibt es eine weiter Informationsmöglichkeit 20:30 Uhr in der Offenen Arbeit in der Allerheiligenstraße 9, sowie beim Probesitzen 13:00 Uhr vor dem Thüringer Landtag. Weiterhin wird am 30. April 13:00 Uhr zum Probesitzen im Erfurter Angerdreieck aufgerufen. Seit letzter Woche gibt es auch ein Logo für die Gegendemonstration, berichtet Falk Przewosnik:

„Man sieht darauf das Erfurter Rad und ein zertrümmertes Hackenkreuz. Das sagt glaube ich schon ganz viel aus. Das ist eine Initiative des Bürgertischs für Demokratie Arbeitsgruppe gegen Rechtsextremismus. Wir wollen zum einen damit animieren, dass sich möglichst viele Bürgerinnen und Bürger sich am 1.Mai an den Gegenaktionen beteiligen und natürlich auch zum Ausdruck bringen, dass wir hier Nazis in der Stadt nicht haben wollen.“

Einer NPD Demonstration sei nur mit Entschlossenheit, Blockaden und anderen vielfältigen Aktionen entgegenzutreten, so Falk Przewosnik. Dazu sollen sich so viele Menschen wie möglich an der Gegendemonstration beteiligen. Die Gegendemonstranten treffen sich am 1. Mai 8:00 Uhr auf dem Anger, um von dort aus zu den verschiedenen Kundgebungen zu laufen. Aktuelle Informationen gibt es auf der Internetseite strassendate.net. Die aktuellsten Informationen zum Verlauf der Proteste liefert Radio F.R.E.I. mit dem Aktionsradio auf 96,2 MHz am 1. Mai zwischen 11:00 und 17:00 Uhr.

Quelle: radio-frei.de